November 28, 2021

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Intel stürzt ab – 17% Verlust an einem Tag

Kurzüberblick

Die Aktie des amerikanischen Halbleiterherstellers mit Hauptsitz in Santa Clara musste jüngst herbe Kursverluste in Kauf nehmen. Intel veröffentlichte die aktuellen Quartalszahlen und wurde unter anderem aufgrund der sich verringernden Bruttomarge von 59,8% auf nunmehr 53,3% abgestraft.

Die Aktie brach stark ein und konnte sich von den regen Kursverluste nicht erholen. Doch wie konnte das genau passieren?

Das ist passiert

Intel gab den Anlegern jedoch mehrere Anlass zur Sorge. Die Bruttomarge von Intel lag mit 53,3% deutlich unter den 59,8% im Vorjahreszeitraum und dem niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Sinkende Bruttomargen spiegeln in der Regel höhere Kosten und die Unfähigkeit wider, diese Kosten an Kunden weiterzugeben.

Der Umsatz von Intel stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 20% auf 19,7 Mrd. USD, was auf das starke Wachstum seiner datenorientierten Geschäfte zurückzuführen ist.

Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 16% auf 1,23 USD. Beide Zahlen lagen über den Schätzungen der Wall Street. Analysten erwarteten einen Umsatz und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 18,5 Mrd. USD bzw. 1,11 USD.

Einbruch der Brutto Marge ist nicht das einzige Problem

Die geplante Veröffentlichung der 7-NanoMeter-Chips würde um weitere 6 Monate nach hinten verschoben. Damit fällt der Startschuss für die neue Generation nun erst Ende 2022. Damit liegt das Veröffentlichungsdatum nun ein ganzes Jahr hinter dem ursprünglichen Ziel. 

Konkurrenz schläft nicht

Marktbeobachter kritisieren die derzeitige Umstellungsgeschwindigkeit seitens Intel und verweisen auf dessen größten Konkurrenten: AMD, welcher unter anderem bereits bei TSMC in 7 nm fertigen lässt. 

Intel habe laut eigener Aussage mittlerweile den Großteil der Probleme analysiert, scheint jedoch mit der aktuellen Situation nur schwer fertig zu werden. Der Konkurrenzdruck und die Aussichten verunsichern das Unternehmen und auch viele Investoren.

Apple entschloss sich jüngst, in den kommenden Mac-Modellen nun keine Intel-Chips mehr verbauen zu wollen. 

Damit ist Intel langfristig mit großen Problemen konfrontiert.

 

Langfristige Probleme

Noch immer ist Intel der größte Halbleiterhersteller und versammelt viele Fans hinter sich, allerdings fällt es dem Unternehmen zunehmend schwieriger, seine derzeitigen Marktanteile zu halten.

Viele Investoren entschieden sich die Reißleine zu ziehen wodurch ein reger Kursrutsch verursacht wurde.
Die Verzögerung der neuen Generation, Apple’s Rückzug und die wachsende Konkurrenz bereiten vielen Anlegern große Sorgen

Was Anleger jetzt tun sollten

Die intel Aktie ist derzeit stark abgestraft worden. Mit einem Kurs von nun nur noch 43,63 € wurden einige negative Aussichten bereits stark eingepreist. Das Unternehmen steht tatsächlich in keinem guten Licht dar, und wird einige Zeit brauchen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Allerdings ist Intel immer noch führender Halbleiterhersteller und wird von vielen seiner Kunden geschätzt. Obwohl die Konkurrenz stark aufholt, wird sich Intel den Rang als Marktführer nur schwer absprechen lassen. Das Unternehmen muss nun alles daran setzen zukünftig besser aufgestellt zu sein.

Sollte Intel es gelingen, die aktuellen Schwierigkeiten zu überstehen, so stellt Intel heute eine preiswerte Einstiegsmöglichkeit dar. Langfristige Anleger können eine Position aufbauen und von den positiven Effekten stark profitieren, sofern Intel de aktuelle Lage meistert.