October 20, 2020

Aktien-Tipps.net

Aktienanalysen mit Herz und Verstand.

Ist die Fresenius Aktie jetzt kaufenswert?

Überblick

Fresenius ist ein deutsches Medizin und Gesundheitsunternehmen und hat seinen Hauptsitz in Bad Homburg. Es handelt sich bei dem Unternehmen um den größten Krankenhausbetreiber in Deutschland und ist im Pharma- und Gesundheitsbereich tätig. Fresenius wurde 1912 gegründet und befindet sich seit 2009 im Dax vertreten. Mit seinen knapp 300.000 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 35,5 Milliarden Euro. In unserer aktuellen Fresenius Aktienanalyse 2020 untersuchen wir das Unternehmen genauer auf seine Quartalszahlen sowie die zukünftigen Chancen und Perspektiven. 

Die Chancen

1. Stabiles Wachstum

Der Gesundheitssektor zählt zu den weltweit bedeutendsten
Wirtschaftszweigen. Verglichen mit anderen Branchen ist er
weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen
und konnte auch in den letzten Jahren überdurchschnittlich
wachsen
.

2. Wesentliche Wachstumsfaktoren

Wesentliche Wachstumsfaktoren sind der zunehmende
Bedarf an medizinischer Behandlung, den eine alternde Gesellschaft mit sich bringt, die wachsende Zahl chronisch kranker und multimorbider Patienten, die steigende Nachfrage nach innovativen Produkten und Therapien, der medizintechnische Fortschritt sowie das zunehmende Gesundheitsbewusstsein, das zu einem steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen
und Einrichtungen führt.

3. Wachstumsschub durch Schwellenländer

In den Schwellenländern sind darüber hinaus stetig zunehmende Zugangsmöglichkeiten und eine steigende Nachfrage nach medizinischer Basisversorgung sowie ein steigendes
Volkseinkommen die wesentlichen Wachstumstreiber.

4. Mögliche Kostensenkungen

Um die stetig steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen zu begrenzen, werden zunehmend die Versorgungsstrukturen überprüft und Kostensenkungspotenziale identifiziert. Doch Rationalisierungen allein reichen nicht aus, um den Kostendruck zu kompensieren. Markt wirtschaftliche
Elemente schaffen verstärkt Anreize, im Gesundheitswesen
kosten- und qualitätsbewusst zu handeln. Gerade durch eine
verbesserte Qualität lassen sich die Behandlungskosten insgesamt reduzieren. Darüber hinaus gewinnen Vorsorgeprogramme ebenso an Bedeutung wie innovative Vergütungsmodelle, die an die Behandlungsqualität geknüpft sind.

Die Quartalszahlen

(Quelle)

Positiv

Starkes Umsatzwachstum

Das Wachstum von Fresenius konnte im ersten Quartal 2020 um satte 8% angehoben werden. Fresenius ist damit weiterhin auf Wachstumsskurs und begründet diese Veränderung durch das stärkere Geschäft in Lateinamerika (+14%) und Nordamerika (10%). Fresenius Medical Care (+9%) und Fresenius Vamed (+13%) konnten ihre Umsätze besonders stark ausbauen. 

Zunehmende Länder-Diversifikation

Fresenius konnte sich nun wesentlich besser diversifizieren, indem ein zunehmend größerer Anteil des Umsatzes in anderen Regionen gewonnen wird. Noch 2019 wurde diese Strategie stärker kritisiert und mit hohem Risiko assoziiert, allerdings konnten die schwächelnden Umsätze in Lateinamerika und Afrika durch starkes Wachstum in Lateinamerika, Nordamerika und teilweise Europa aufgefangen werden. 

Negativ

Kein Gewinnwachstum

Der Konzern-EBITDA stieg um 3 % auf 1.755 Mio € 
Der Konzern-EBIT lag mit 1.125 Mio €  nahezu auf Vorjahresniveau, schwächelte jedoch.

Die schwächelnde Entwicklung begründet der Konzern im Wesentlichen durch negative Covid-19-Effekte vor allem in China und Lateinamerika.

Das Geschäft von Fresenius Kabi war von den über das gesamte 1. Quartal 2020 andauernden Einschränkungen in China betroffen. Dies konnte die gegen Ende des Quartals
steigende Nachfrage nach Medikamenten und medizintechnischen Geräten zur Behandlung von Covid-19-Patienten nur teilweise kompensieren. 

Auch Helios Spanien sah sich im März mit deutlich negativen Covid-19-Effekten konfrontiert,
hauptsächlich im Privatkrankenhaus- und im Geschäft der betrieblichen Gesundheitsvorsorge.

Quelle: https://www.fresenius.de/investoren

Unser Fazit

Fresenius macht in diesem Jahr einen durchwachsenen Auftritt. Bisher konnte das Unternehmen Umsätze stark ausbauen und den Gewinn zumindest verteidigen. Die Lage sieht daher im Jahresvergleich zunehmend besser aus. 

Allerdings erwartet Fresenius für das 2. Quartal einen stärkeren negativen Covid-19-Effekt in seinen Finanzzahlen als im 1. Quartal 2020. Investoren, welche bereits eingestiegen sind, sollten die Aktie halten. Zukäufe können nach etwaigen weiteren negativen Kursbewegungen umgesetzt werden. 

Für langfristige Anleger ist der Titel daher auch nach dem jüngsten Kursanstieg ein Kauf. Weniger Risikofreudige Anleger sollten jedoch die Halbjahreszahlen abwarten, bevor sie ein Investment in Erwägung ziehen, die nächsten Wochen könnten mit hoher Volatilität für die Aktie geprägt sein.

 

Ich bin mit meinem Investment im Frühjahr 2020 zu einem Einstandskurs von 34,27 Euro bisher zufrieden und werde bei starken Kursrücksetzern in Tranchen nachkaufen. Das starke Dividendenwachstum und der zunehmende Demografische Wandel lassen Fresenius zu einem attraktiven, wenn auch mit mittlerem Risiko behafteten Investment für mich werden. Ich plane die Aktie lange zu halten.

Hinweis nach WPHG § 34b

Der Autor ist in der Aktie investiert. (Stand 25.07.2020)

Risikohinweis

Der Handel mit Wertpapieren kann zu Verlusten bis hin zum Totalverlust führen. Diese Seite repräsentiert unsere persönlichen Ansichten. Diese Ansichten mögen weder frei von Fehlern noch für jeden Investor geeignet sein. Deshalb stellen Sie unbedingt eigene Überlegungen an und stellen Sie sicher, dass Sie über genügend Wissen verfügen, bevor Sie an der Börse aktiv werden.

Lesenswerte Artikel die du vielleicht verpasst hast: